Die 8. Hubertusburger Friedensgespräche am 19. September 2020 - ein großer Erfolg unserer Vereinsarbeit

8. Hubertusburger Friedensgespräche am 19.09.2020 – ‚Deutsche Einheit – Fluch oder Segen?‘

 

==> Prämierung der Gewinner des 6. Jugendfriedenspreises 2020 – ‚Friedenszeichen‘
==> Generationenpanorama – Basis diverse Statements - u.a. von Schirmherr und Ministerpräsident Michael Kretschmer
==> Statements von Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen im Rahmen einer STATIO für den Frieden
==> Ehrenamtsfest mit Präsentation der Wanderausstellung ‚Schlösser als Orte der Demokratie‘

 

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Friedensgespräche auf Schloss Hubertusburg
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer prämiert Schüler aus Sachsen mit dem Hubertusburger Jugendfriedenspreis

Wermsdorf (Sachsen). Im Rahmen der Hubertusburger Friedensgespräche, die am 19.September 2020 auf Schloss Hubertusburg stattfanden, erhielten 12 Jugendliche aus Sachsen die diesjährigen Hubertusburger Jugendfriedenspreise aus der Hand des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.
„Ich freue mich, in diesem Jahr Schirmherr der 8. Hubertusburger Friedensgespräche zu sein. Mich beeindrucken die konstruktive Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen und die Möglichkeit für Jugendliche, ihre Ideen im Rahmen des Hubertusburger Jugendfriedenspreises einzubringen. Dies schafft Raum für kreative Lösungsansätze, die in Zeiten großer Umbrüche immer gefragt sind. Das diesjährige Motto „30 Jahre Deutsche Einheit – Fluch oder Segen?“ erinnert an die Wiederaufbaugeschichte und Umbaujahre nach der Wende. Zugleich weist es den Weg nach vorn. Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft im Dialog bleiben und Demokratie nie selbstverständlich nehmen,“ resümiert Kretschmer nach der gelungenen Veranstaltung, zu der trotz Pandemie-Bedingungen mehr als 120 Menschen gekommen waren.
Jeweils 3 Preisträger oder Gruppen wurden ausgezeichnet in zwei Alterskategorien (12-15 Jahre und 16-18 Jahre) mit Urkunden, Geldpreisen und speziell hergestellter Wermsdorfer Schokolade. 43 junge Künstler*innen aus sieben Schulen beteiligten sich mit 28 Arbeiten. „Der differenzierte Umgang der Jugendlichen mit dem Thema Frieden hat mich sehr berührt,“ sagt Dr. Wolfgang Köhler, Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Hubertusburg e.V. „Auch aktuelle Themen wie Umwelt oder die ‚Black-Lives-Matter‘ Bewegung wurden künstlerisch reflektiert. Die gute Resonanz des Jugendfriedenspreises zeigt, dass dieses Thema gerade auch junge Menschen bewegt.“
An der anschließenden Podiumsdiskussion im Rahmen der Hubertusburger Friedensgespräche waren neben Ministerpräsident Kretschmer, Frau Dr. Judith Enders, Politologin und Mitbegründerin des Vereins „Perspektive hoch 3“, Herr Tobias Hollitzer, Vorstand des Bürgerkomitees Leipzig und Herr Henning Homann, Landtagsabgeordneter aus Döbeln, aktiv beteiligt. Die Friedensgespräche werden alle zwei Jahre auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf durch den Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. ausgerichtet.
Begonnen hatte diese Tagung am Morgen mit der `STATIO für den Frieden´ – einem interreligiösen Treffen verschiedener Glaubensrichtungen und Weltanschauungen in der Katholischen Hofkapelle St. Hubertus. Dort präsentierten sie Ihre Botschaften zum Motto dieser STATIO für den Frieden „Unsere Position zu `Frieden im Jahre 2020´ - Die Akzeptanz von Glaubensvielfalt und auch den geistlichen Austausch durch Globalisierung als aktuelle Chancen für den Frieden nutzen!“
Vertreten waren: Herr Pfarrer Markus Johannes Scholz, Riesa von der Römisch-Katholische Kirche; Herr Imam Umer Rashid Malik von der Ahmadiyya Moslem-Gemeinde Gebetszentrum Leipzig, Herr Pfarrer Rico Riese von der Evangelisch-Lutherischen Kirche der Gemeinde Wermsdorf, Frau Sabine Schlenkermann von der Bahá'í Gemeinde in Eilenburg und Frau Doris Shantidevi Drescher, Dozentin für Yoga und Meditation und spirituelle Lebensberaterin aus Leipzig.

Die Friedensgespräche werden unterstützt durch die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden; die Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz; den Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V.; den Rotary Club „Katharina-von-Bora“ Torgau-Oschatz und viele Sponsoren der Region.

Preisträger Hubertusburger Jugendfriedenspreis 2020:
Kategorie 12-15 Jahre: 1. Preis: Elias Opitz (15), Oberschule Wermsdorf; 2. Preis: Gruppe: Lisa Zabenko (15), Siika Sommer (14), Jule Vogel (14), Pauline Lehne (14), Konrad Krause (14), Franz Rammer (15), Luis Czyzewski (15), Magnus-Lichtwer-Gymnasium, Wurzen; 3. Preis: Hannah Metzner (15), Werner-Heisenberg-Gymnasium, Riesa
Kategorie 16-18 Jahre: 1. Preis: Elisa Liebscher (16), Ev. Gymnasium Lernwelten, Großdeuben; 2. Preis: William Kaniuth (16), Riesa und 3. Preis: Elisa Otto (18), beide Werner-Heisenberg-Gymnasium, Riesa.

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Pressemitteilungen zu dieser Tagung siehe auch unter: https://www.ministerpraesident.sachsen.de/hubertusburger-friedensgesprae...

Hubertusburger Friedensgespräche in Wermsdorf

Ministerpräsident Michael Kretschmer nimmt als Schirmherr der Hubertusburger Friedensgespräche und des Hubertusburger Jugendfriedenspreises 2020 an einer Podiumsdiskussion teil. Zur Diskussion einleitend wird der Ministerpräsident einen Impulsvortrag halten.

Zuvor wird er gemeinsam mit dem Landrat des Landkreises Nordsachsen, Kai Emanuel, und dem Bürgermeister der Gemeinde Wermsdorf, Matthias Müller, die Preisträger des 6. Hubertusburger Jugendfriedenspreises auszeichnen. In diesem Jahr haben 43 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ihre Wettbewerbsbeiträge dazu eingereicht.

Unter dem Motto »30 Jahre Deutsche Einheit – Fluch oder Segen?« finden die 8. Hubertusburger Friedensgespräche auf Schloss Hubertusburg statt. Veranstalter ist der Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V.

    8. Hubertusburger Friedensgespräche Hier finden Sie alle Informationen zu den Hubertusburger Friedensgesprächen

 

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Das AUSFÜHRLICHE PROGRAMM finden Sie hier:

 

Pressemitteilungen zu dieser Tagung siehe auch unter: https://www.stiftung-torgau-oschatz.de/de/aktuelles/30-jahre-deutsche-ei...
7. September 2020
"30 Jahre deutsche Einheit – ein Grund zum Feiern?"

Sparkassenstiftung unterstützt die 8. Hubertusburger Friedensgespräche in Wermsdorf

Leipzig/Wermsdorf, der 7. September 2020. Die Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz unterstützt in diesem Jahr die 8. Hubertusburger Friedensgespräche nebst dem 6. Hubertusburger Jugend-Friedenspreis. 2.000 Euro an Stiftungsmitteln werden für die Veranstaltung unter dem Motto "30 Jahre deutsche Einheit - Fluch oder Segen?" bereitgestellt. "Der Freundeskreis des Schlosses Hubertusburg will mit den Hubertusburger Friedensgesprächen seinen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis in der friedenspolitischen Auseinandersetzung leisten - ganz in der Tradition von 1763, als auf Schloss Hubertusburg bereits einmal ein Frieden zwischen europäischen Völkern verhandelt wurde. Und natürlich wollen und werden wir als Stiftung ebenfalls unseren Beitrag dazu leisten", so Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Sparkassenstiftung Torgau-Oschatz.

Die diesjährigen Hubertusburger Friedensgespräche nehmen die deutsche Einheit in den Fokus. Die Friedliche Revolution von 1989 ist ein positives Beispiel für ein friedliches Aufeinanderzugehen. In den aktuellen Debatten ist eher das Gegenteil zu beobachten: Die Bereitschaft zur Kooperation zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, aber auch zwischen Staaten scheint immer mehr zu schwinden - und dies gefährdet auch den Frieden. "Schon Kant sagte 'Frieden muss gestiftet werden'. Wir müssen uns also aktiv um den Erhalt des Friedens kümmern", so Dr. Wolfgang Köhler, Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Hubertusburg. "Inwieweit uns unsere eigenen Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit bei der Friedensarbeit helfen können, ist eine der spannenden Fragen, die wir während unserer Friedensgespräche diskutieren wollen - ausgelegt auf die kommenden 30 Jahre."

Die 8. Hubertusburger Friedensgespräche, die unter der Schirmherrschaft des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer stehen, finden am 19. September 2020 (Beginn: 10 Uhr) auf dem Wermsdorfer Schloss Hubertusburg statt. Nach der Verleihung der 6. Hubertusburger Jugend-Friedenspreise nebst musikalischer Umrahmung am Vormittag werden die eigentlichen Gespräche ab 14 Uhr durch mehrere Impulsvorträge, u. a. von Ministerpräsident Michael Kretschmer und von Tobias Hollitzer, Vorstand des Bürgerkomitees Leipzig e. V., eingeleitet. Im Anschluss haben alle Gäste die Möglichkeit, gemeinsam mit den Referenten in eine breit und kontrovers angelegte Diskussion im Rahmen eines Generationenpanoramas einzusteigen.

Um eine, Corona-bedingt notwendige, unbedingte Anmeldung für die Veranstaltung mit Namen und Wohnort wird bis zum 12. September gebeten: kontakt@freundeskreis-hubertusburg.de. Das Veranstaltungsprogramm finden Sie hier: www.freundeskreis-hubertusburg.de/frieden

Hinweis:

Weitere pandemiebedingte Maßnahmen werden am Veranstaltungstag vor Ort bekanntgegeben. Eigene Vorsorge für notwendige Mund-Nase-Bedeckungen ist zu treffen.

Förderprojekte:
Unterstützung der 8. Hubertusburger Friedensgespräche
2 000,00 € - Freundeskreis Schloss Hubertusburg Wermsdorf e. V.

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Pressemitteilungen zu dieser Tagung siehe auch aus der Süddeutschen Zeitung und bei RTL.de:

https://www.sueddeutsche.de/leben/gesellschaft-wermsdorf-jugendfriedensp...

und

https://www.rtl.de/cms/jugendfriedenspreis-2020-an-historischem-ort-verg...

19. September 2020, 19:09 Uhr
Gesellschaft - Wermsdorf:Jugendfriedenspreis 2020 an historischem Ort vergeben
Direkt aus dem dpa-Newskanal

Wermsdorf (dpa/sn) - An historischem Ort sind am Samstag sechs Jugendliche aus Sachsen mit dem Hubertusburger Jugendfriedenspreis 2020 ausgezeichnet worden. Auf Schloss Hubertusburg, wo vor 257 Jahren das Ende des Siebenjährigen Krieges besiegelt wurde, wurden ein 15-Jähriger aus Wermsdorf (Landkreis Nordsachsen) und eine 16-Jährige aus Großdeuben (Landkreis Leipzig) als Sieger des Wettbewerbs gekürt. Sie hatten die Jury mit ihren "Friedenszeichen" überzeugt: einem Bild und einer Skulptur mit dem Titel "Jeder ist ein Teil des Ganzen". Auch die Zweit- und Drittplatzierten erhielten bei den Hubertusburger Friedensgesprächen die Auszeichnung.
An dem 2010 erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb hatten diesmal 43 Jugendliche teilgenommen und 28 Arbeiten eingereicht. "Die Art der künstlerischen Darstellung war frei und reichte von Bildern über selbstkomponierte Lieder und Gedichte bis zu Videos", sagte der Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Hubertusburg, Wolfgang Köhler. Dabei spielten auch die Flüchtlingsproblematik, Black Lives Matter oder Corona eine Rolle. "Das Thema Frieden bleibt aktuell, aber ist differenziert."
Schloss Hubertusburg hatte Sachsens legendärer Kurfürst August der Starke (1670-1733) ab 1721 für seinen jagdbegeisterten Sohn und dessen Frau, die österreichische Kaisertochter Maria Josepha, bauen lassen. In einem Seitenflügel hatten Sachsen, Österreich und Preußen 1763 den Hubertusburger Frieden geschlossen. Anknüpfend an diese für Europa bedeutende Tradition organisiert der Schloss-Freundeskreis seit 2006 regelmäßig Friedensgespräche.
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URL: www.sz.de/dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200919-99-629828
Copyright: Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle: Direkt aus dem dpa-Newskanal

Pressemitteilungen zu dieser Tagung siehe auch bei unserem Partner, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen:

Siehe: https://www.slpb.de/blog/mehr-vertrauen-wagen

Mehr Vertrauen wagen
23. September 2020 Erstellt von Christina Wittich

Sachsen in Europa, DDR-Geschichte, Gesellschaft, Politische Kultur
Bei den 8. Hubertusburger Friedensgesprächen diskutierte Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Tobias Hollitzer, Dr. Judith Enders und Henning Homann über "30 Jahre Deutsche Einheit - Fluch oder Segen?".
"Wir müssen die Zwischentöne wieder hörbar machen." Sachsens Ministerpräsident und Schirmherr der diesjährigen 8. Hubertusburger Friedensgespräche, Michael Kretschmer, wünscht sich und den Sachsen, andere Meinungen wieder besser auszuhalten. “Wenn wir es zulassen, dass sich die Dinge weiterhin zuspitzen, wenn wir nicht mehr über Details, sondern nur noch über Haltung sprechen, dann wird das kein gutes Ende nehmen”, sagte er als einer der Teilnehmenden an den Friedensgesprächen. In diesem Jahr standen diese unter dem Motto "30 Jahre Deutsche Einheit - Fluch oder Segen?".
Mehr Vor- oder Nachteile?
Am 19. September diskutierte Kretschmer mit Tobias Hollitzer, Vorstand des Bürgerkomitees Leipzig e.V., mit Dr. Judith Enders, Politologin und Mitbegründerin des Vereins "Perspektive hoch 3" und Henning Homann (SPD), Mitglied des Sächsischen Landtags, vor mehr als 120 Menschen im Festsaal von Schloss Hubertusburg. Die Runde, moderiert von der DJV-Vorsitzenden Ine Dippmann, debattierte angeregt die Frage, ob die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nun für die Bürgerinnen und Bürger vor allem der fünf neuen Bundesländer mehr Vor- oder Nachteile brachte, ob die privaten, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Wiedervereinigung ausreichend öffentlich thematisiert wurden und ob darin möglicherweise auch die Ursachen für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu finden sind.
"Das Merkmal demokratischer Staaten ist nicht, dass keine Fehler passieren, sondern dass Fehler korrigiert werden", sagte Werner Rellecke, stellvertretender Direktor der SLpB, in seinem einleitenden Grußwort. "Die große Errungenschaft der Friedlichen Revolution in der DDR war der Systemwechsel von der Diktatur zur Demokratie. Die Frage nach der Demokratie dürfen wir nicht vermischen mit der Frage nach richtigen oder falschen politischen Entscheidungen. Und falls es Fehlstellungen in der historischen Erinnerung und Bewertung gibt, dann sind auch diese korrigierbar."
Tobias Hollitzer plädierte im Anschluss für eine ehrliche Rückschau, die hinterfragt: "Warum sind die Dinge so gelaufen, wie sie gelaufen sind? Was wurde aus welchen Gründen entschieden und wurden vorher Alternativen diskutiert?" Und auch der Bürgerrechtler hofft auf eine Debattenkultur, die sich wieder verstärkt außerhalb der sozialen Medien abspielt und "geprägt ist von gegenseitiger Akzeptanz". Judith Enders zeigte Sympathie für den Titel der Veranstaltung. Sie mochte die Provokation, die dahinter steht. Als Vorstandsmitglied des Vereins "Perspektive hoch 3" vertrat bei den Friedensgesprächen die Generation der zwischen 1975 und 1985 in der DDR Geborenen. "Wir hatten am wenigsten Schwierigkeiten, uns in dem neuen System zurechtzufinden", sagte sie. Ostdeutsche Positionen und Interessen sieht sie trotzdem noch zu wenig vertreten im öffentlichen Diskurs. Dabei sei die Erfahrung der Transformation vor 30 Jahren bis heute auch ein Gut, aus dem Menschen in den neuen Bundesländern auch in der heutigen an Veränderung reichen Zeit schöpfen könnten: "Wir haben eine Diktatur zu Fall gebracht und wir haben gemerkt, das geht schneller als man denkt", sagte sie. "Und wir haben festgestellt: Beim anschließenden Transformationsprozess kann auch einiges schief gehen - aber davon geht die Welt nicht unter." Dieses Wissen könne ein Anknüpfungspunkt und Impuls für zukünftige Entwicklungen sein.
Selbst Erfahrungen sammeln
Raus aus der Jammerecke, am besten gar nicht erst hinein, rät Henning Homann, Döbelner Abgeordneter der SPD im Sächsischen Landtag, den Ostdeutschen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Auch er sieht die deutsche Gesellschaft wieder "am Anfang großer Veränderungen" und mahnte: "Gerade, wenn sich Dinge wandeln, sollten sie mit einer Sicherheit für die Betroffenen verbunden sein, dass es besser wird - nicht schlechter." In Richtung seiner Kolleginnen und Kollegen im Landtag forderte er: "Der richtige Weg wäre neues Vertrauen." Insbesondere die Generation der heute 16-Jährigen solle deutlich mehr Möglichkeiten und Freiraum erhalten, "um selbst Erfahrungen zu sammeln. Denn nur durch Vertrauen entsteht der Wille zur Mitgestaltung", sagte er unter großem Beifall aus dem Publikum. Engagierte der Fridays-For-Future-Bewegung brachten sich von dort aus in die Debatte ein.
Auch wenn er nicht für das Wahlalter ab 16 steht, stimmte Ministerpräsident Michael Kretschmer dem Abgeordneten zu: "Niemand freut sich über Transformation", sagte er. "Zu schaffen ist die auch nicht mit Bürokratie und staatlicher Mikrosteuerung." Vor allem Ziele müsse der Freistaat vorgeben und das Land in der Fläche stärken, nicht nur die sogenannten Leuchttürme: "Mehr Wettbewerb, weniger staatliche Regulierung", so die Devise, und eine Rückkehr zu angemessener Protest- und Gesprächskultur. Als 14-Jähriger, erinnerte sich Kretschmer, hätte er keine Angst gehabt, an den Görlitzer Friedensgebeten teilzunehmen, auch wenn dort unterschiedliche Positionen aufeinander getroffen seien. In Bezug zur heutigen Debattenkultur verlangte er: "Wir müssen versuchen, die Wut und das Rumgeschreie zu durchbrechen."
Alle zwei Jahre veranstaltet der Freundeskreises Schloss Hubertusburg e.V. die Friedensgespräche auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. In diesem Jahr fanden die Gespräche zum achten Mal statt. Zum sechsten Mal verlieh der Verein außerdem den Jugendfriedenspreis an Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren für ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden. 43 junge Künstlerinnen und Künstler aus sieben Schulen beteiligten sich mit 28 Arbeiten.
Die Friedensgespräche werden unterstützt durch die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden; die Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz; den Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V.; Rotary Club „Katharina-von-Bora“ Torgau-Oschatz und viele Sponsoren der Region.

Siehe: https://www.slpb.de/blog/wir-haben-das-glueck-in-einer-demokratie-zu-leben

"Wir haben das Glück in einer Demokratie zu leben"
22. September 2020 Erstellt von Elisa Liebscher

Sachsen in Europa, Gesellschaft, Politische Kultur
Den 6. Hubertusburger Friedenspreis in der Kategorie der 15- bis 18-Jährigen gewann am 18. September 2020 Elisa Liebscher vom evangelischen Gymnasium Lernwelten in Großdeuben. In ihrer Dankesrede sprach die 16-Jährige von der Aufgabe und den Möglichkeiten jedes Einzelnen, sich für Frieden und Miteinander einzusetzen.
"Wenige Tage vor Einsendeschluss habe ich in der Zeitung vom Friedenspreis gelesen und mich kurzer Hand dazu entschlossen, daran teilzunehmen. Also habe ich den sogenannten „Frei-day“ meiner Schule in der Coronazeit genutzt, an dem sich die Schüler*innen mit Themen ihrer Wahl beschäftigen konnten, um ein kleines Kunstwerk erschaffen und meinen Gedanken Ausdruck verleihen.
Ich habe mich gefragt, ob ich Frieden, Weltfrieden überhaupt in irgendeiner Weise beeinflussen kann. Ich habe an Politiker und Politikerinnen gedacht, die große Entscheidungen treffen. Entscheidungen über Krieg und Frieden. Entscheidungen, die viele Menschen, die Natur schwerwiegend beeinflussen. Entscheidungen, auf die ICH keinerlei Einfluss nehmen kann. Und wie es so ist – wenn man einmal über Konflikte nachdenkt, tauchen plötzlich Klimakrise, soziale Ungerechtigkeit, Armut, Flüchtlingsströme und viele weitere Themen im Kopf auf.
Aber was hat das mit Frieden zu tun und was bedeutet Frieden eigentlich? Tendenziell denken wir an negativen Frieden – also die Abwesenheit von Kriegen und großen Konflikten. Aber reicht das, um wirklich von Frieden zu sprechen?
Was Frieden ist
Ich denke mal an ein aktuelles Thema. Oder ist es vielleicht gar nicht sooo aktuell? Ich denke an Moria. Das sagt Ihnen bestimmt etwas – „Die Hölle von Moria“, eines von mehreren griechischen Flüchtlingslagern, dieses auf der Insel Lesbos, welches vor einigen Tagen abgebrannt ist. "Die Hölle von Moria" wurde es nicht umsonst genannt, in dem Lager lebten viel mehr Menschen, als eigentlich geplant, unter menschenverachtenden Umständen.
Zu wissen, wie gut es uns geht, in welchem Frieden wir leben dürfen und parallel dazu zu sehen, unter welchen Umständen andere Menschen leben oder sterben. Ist das Frieden? Ist das unsere Vorstellung von friedvollem Zusammenleben, ist es vielleicht eher ein Auseinanderleben? Wie kann man da wegschauen? Das ist Glück und Grausamkeit zu gleich, das sind unvorstellbare Parallelwelten. Wieso ist es so schwer, zu helfen? Ist es wirklich schwer zu helfen? Und wieso haben wir dann die Konflikte, obwohl wir nur Menschen helfen wollen, die in viel größeren Konflikten stecken. Denen es um Leben und Tod geht.
Ich denke an Pegida Demos, an Menschen, die Angst haben und gegen Weltoffenheit auf die Straße gehen. Die Angst haben, die Aufnahme schutzbedürftiger Menschen in Deutschland könnte unseren Frieden bedrohen. Um diesbezüglichen großen Konflikten und einer krassen Spaltung der Gesellschaft aus dem Weg zu gehen, versuchen wir häufig, Kompromisse zu finden, die unseren Frieden wahren sollen, aber tun sie das wirklich? Hier kommen meine Gedanken an einen schwierigen Punkt.
Weil es mir manchmal so vorkommt, als hätten alle Konflikte untereinander und irgendwie Angst – mal hart gesagt: die Rechten haben Angst, dass die Migrant*innen sie verprügeln, die Linken und Migrant*innen haben Angst, dass die Rechten sie verprügeln, die, die sich als politische Mitte sehen, haben Angst vor allen Extremen.  Und ich traue mich nicht mal mehr, Zuhause eine "refugees welcome"- Flagge ans Haus zu hängen, weil ja ein Stein durchs Fenster fliegen könnte. Ist das noch der Frieden, in dem wir leben wollen? Und wenn nicht, wie können wir das ändern?
Dinge verändern und mitwirken
Ich habe das Flüchtlingsthema gewählt, weil es mir sehr am Herzen liegt. Ich hätte auch auf andere Themen eingehen können – Umweltschutz, Wandel der Gesellschaft, Ausbeutung, internationale Beziehungen... Es gibt immer große Entscheidungen, auf die man als einzelner Mensch keinen Einfluss hat. Aber wir sollten nicht unterschätzen, welche Auswirkung auch einzelne Menschen auf ein friedliches Zusammenleben haben – ob im Kleinen oder im Großen. Denn Frieden gibt es auf vielen Ebenen und jede und jeder kann ein Stück zu diesem Frieden beitragen oder eben nicht.
Diese Gedanken haben mich dazu gebracht, genau diese Art der Darstellung für meinen Beitrag zu wählen. Denn das Gefühl, keinen Einfluss auf Frieden zu haben, ist für  mich ein ziemlich schlechtes. Aber dieses Gefühl ist trügerisch. Wir haben das Glück in einer Demokratie zu leben – es läuft definitiv nicht alles zufriedenstellend – aber wir können uns eben auf unterschiedlichen Ebenen einbringen. So engagiere ich mich seit vielen Jahren aktiv in der Schülervertretung – was unter keinen Umständen ein frustrationsloser Bereich ist – um Dinge verändern und mitwirken zu können.
Wir können in Parteien und Organisationen eintreten, die sich für gute Dinge einsetzen. Für Umweltschutz, für die Integration von Geflüchteten, für Hilfsaktionen in anderen Regionen der Erde, für Toleranz, für ein respektvolles Miteinander der Menschen und mit der Natur. Aber wir können auch in unserem direkten Umfeld selbst aktiv werden. Wir können Streitschlichter*innen in der Schule sein, können obdachlosen Menschen spenden, können Paten einer geflohenen Familie werden, können demonstrieren, nachhaltig konsumieren, darauf achten, unter welchen Bedingungen die Kleidung, die wir kaufen, produziert wird oder mit Menschen diskutieren, die andere Ansichten haben.
Toleranz, Miteinander, Verständnis, Akzeptanz
Die Liste ließe sich noch lange weiterführen und so wird für mich Eines schnell sichtbar: Wenn jedem Menschen an friedlichem Umgang gelegen ist, ist es einfacher, uns gemeinsam für Frieden einzusetzen. So können wir uns Stück für Stück für Toleranz, Miteinander, Verständnis, Akzeptanz und gemeinsame Bewältigung von Konflikten und Problemen engagieren. Für einen Weltfrieden – zwischen den Menschen und auch mit der Natur.
So schwer es manchmal sein mag, das Positive zu sehen, mit Optimismus an Konflikte heranzugehen, die viel zu komplex oder entfernt erscheinen. Es ist die einzige Möglichkeit, diese zu lösen. Und das sollte unser aller Ziel sein. In jeder Situation sollten wir uns für ein friedliches Miteinander auf allen Ebenen einsetzen oder es zumindest versuchen!
Danke schön."

 

Pressemitteilungen zu dieser Tagung siehe auch in der Oschatzer Allgemeine Zeitung - Bärbel Schumann - Mo., 21. September 2020

Fest für das Ehrenamt krönt Friedensgespräche

Austausch, Engagement und das Miteinander zu fördern, steht auf Schloss Hubertusburg zum Abschluss im Mittelpunkt

Was die Mitglieder des Freundeskreises Schloss Hubertusburg ehrenamtlich seit Jahren leisten, ist vielfach bekannt und zeigte sich mit geballter Kraft zu den 8. Hubertusburger Friedensgesprächen am Sonnabend. Engagement, dem Gedanken des Hubertusburger Friedens verpflichtet, ausstrahlend auf andere. Engagement, das ohne Miteinander nicht funktioniert und das keinen Einzelfall darstellt.
Deshalb organisierte der Freundeskreis als Krönung der diesjährigen Hubertusburger Friedensgespräche gemeinsam mit dem Freundeskreis Schlösserland Sachsen ein Ehrenamtsfest. Zuvor präsentierte der Freundeskreis Schlösserland Sachsen eine Ausstellung, die an einigen Beispielen zeigte, wie unterschiedlich das bürgerschaftliche Engagement von Vereinen im Freistaat zur Bewahrung und Wiederbelebung des Schatzes an Schlössern ist.
Oftmals wird dabei viel zu viel auf ehrenamtliche Schultern gepackt, wo konkretes staatliches, politisches Handeln eigentlich notwendig wäre. Handeln, um Ehrenamt zu stärken, zu fördern und von der Vielschichtigkeit dieser Akteure weiter zu profitieren, statt deren Arbeit vor Ort zu erschweren.
„Das Ehrenamtsfest soll eine Würdigung der vor Ort tätigen Vereine sein. Es soll ermutigen und stärken, weiter zu wirken. Wir wollen aber auch mit einem solchen Fest den Austausch unter den Akteuren fördern“, erklärte der Vorsitzende des Freundeskreises Schlösserland Sachsen Matthias Donath. Über 200 Einzelpersonen, darunter viele Prominente, und rund 70 Vereine und Orte zählt dieser Freundeskreis als Mitglieder. Dazu gehört der Freundeskreis Schloss Hubertusburg. Sein Vorsitzender Dr. Wolfgang Köhler nutzte das Fest zu Beginn, um all seinen Mitgliedern zu danken, die zum Erfolg der 8. Hubertusburger Friedensgespräche beigetragen haben. Es sei aber auch wichtig, das Ehrenamt zu stärken, den Austausch wie an diesem Abend zu fördern. Für Gäste wie Katrin Krause, Präsidentin des Rotary Clubs Katharina von Bora Torgau-Oschatz, war es deshalb interessant, Motive der Ehrenamtler für ihr Wirken für die Hubertusburg kennenzulernen. Der Rotary Club ist seit Jahren Partner des Freundeskreises Schloss Hubertusburg und stiftete mehrfach die Preisgelder für den Jugend-Friedenspreis.

Pressemitteilungen zu dieser Tagung siehe auch in der Oschatzer Allgemeinen Zeitung - Bärbel Schumann – Mo., 21. September 2020

Jugendpreis auf Hubertusburg

Friedensgespräche: Jugendliche aus Landkreis mit dabei

Zum achten Mal hat der Freundeskreis Schloss Hubertusburg zu seinen Friedensgesprächen eingeladen – in diesem Jahr unter dem Motto „30 Jahre Deutsche Einheit – Fluch oder Segen?“. Zugleich wurde zum sechsten Mal der Jugendfriedenspreis zum Thema „Friedenszeichen“ vergeben. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verlieh als Schirmherr die Preise und nahm am Nachmittag an den Friedensgesprächen teil. Begonnen hatte der Tag in der Schlosskapelle der Hubertusburg, wo zum interreligiösen Treffen mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen eingeladen war. Danach standen die Wettbewerbsteilnehmer um den 6. Jugendfriedenspreis im Kultursaal des Schlosses im Mittelpunkt.
Der Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Hubertusburg, Wolfgang Köhler, hatte zuvor Teilnehmer und Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßt. Er machte deutlich, dass zwischen dem „Hubertusburger Frieden“ von 1763 und dem diesjährigen Thema rund um Einheit, Freiheit und Frieden sowie den aktuellen Ereignissen ein enger Zusammenhang besteht. Köhler stellte dazu Fragen. Wie agiert man menschlich miteinander oder wie kann sich jeder persönlich einbringen? Worte, die zum Nachdenken über Grundwerte anregten.
Dass es viele junge Menschen gebe, die sich damit aktiv auseinander und selbst Zeichen setzen, spiegele sich in den 28 Projektarbeiten der 43 Jugendlichen im Wettbewerb um den Jugend-Friedenspreis. Darunter Schüler der Wermsdorfer Oberschule und den Gymnasien von Wurzen, Riesa, Großenhain, Oschatz, Leipzig und Großdeuben. Eine solche Resonanz stimme hoffnungsvoll.
Landtagsabgeordnete Christiane Schenderlein (CDU) hielt für die Preisträger die Laudatio und stellte sie vor. Diese erhielten die Gelegenheit, über ihre Projekte zu berichten, Motive zu nennen oder eigene Standpunkte, die in den Arbeiten umgesetzt wurden, darzulegen. Beeindruckend sei der Facettenreichtum. Sie reichen vom Gemälde mit einer Erdkugel tragenden Händen,über Inhalte und Erlebnisse beim deutsch-russischen Schüleraustausch, bis hin zur Skulptur zum kleinen und großen Frieden. Fasziniert zeigte sich Schenderlein, wie facettenreich die jungen Leute Frieden definiert hätten. Bei der Vorstellung der Arbeiten beeindruckte Elisa Liebscher vom Evangelischen Gymnasium in Großdeuben. Die Oelzschauerin zeigte auf, wie sie Frieden im Großen und Kleinen sieht und spannte den Bogen von der Weltpolitik bis hin zum eigenen Engagement vor Ort.
Jeder im Saal war beeindruckt von der zweifachen Preisträgerin, denn neben dem ersten Preis in der Kategorie 16 bis 18 Jahre erhielt sie auch den Publikumspreis. In der Altersklasse 12 bis 15 Jahre ging der erste Preis an Elias Opitz von der Wermsdorfer Oberschule für ein Gemälde, das im Kunstunterricht entstanden war. Frieden für die Welt und die in ihr lebenden Menschen – so das Thema seiner Arbeit. Ministerpräsident Michael Kretschmer überreichte als Schirmherr allen Geehrten die Preise. In seiner Rede erinnerte er sich an seine eigene Jugend, als er 14-jährig in Görlitz zur Wendezeit für eine politische Wende, für Demokratie und für Frieden demonstriert hatte.
Auch als Jugendlicher könne man sich einsetzen und engagieren. Dass viele das tun, davon zeugten die Beiträge. Anschließend diskutierten Menschen verschiedener Generationen mit dem Ministerpräsidenten bei den Friedensgesprächen.