Die nächste Etappe der Zertifizierung der "Places of Peace-Route" als Kulturweg Europas wird hier in Hubertusburg mitgestaltet

Hubertusburg ist als ein bedeutender der vielen Orte Europas, wo Friedensverträge geschlossen wurden (siehe http://www.freundeskreis-hubertusburg.de/node/13), bekannt, denn hier wurde der Siebenjährige Krieg im Jahre 1763 beendet.

Dieser Geschichtsverantwortung fühlt sich der Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. seit vielen Jahren sehr verbunden und lässt auch heute von Wermsdorf  Friedensbotschaften und Friedensinitiativen ausgehen. Deshalb organisiert der Verein seit 2006 aller zwei Jahre in diesem Schloss die Hubertusburger Friedensgespräche als eine weit überregionale Konferenz zu aktuellen Themen des friedlichen Zusammenlebens.

Der Verein präsentiert und vermittelt dieses Wissen insbesondere auch an Kinder, Jugendliche, Schulklassen und Studiengruppen. Ergänzt wird diese Friedensarbeit seit 2010 durch die Vergabe des Hubertusburger Jugend-Friedenspreises an Kinder und Jugendliche, die sich aktiv durch entsprechende Projekte für den Frieden im Großen und im Kleinen engagieren.

Bereits 2010 gehörte unser Verein gemeinsam mit dem Schlossverein Altranstädt zu den ersten deutschen Gründungsmitgliedern des Europäischen Netzwerks der Friedensorte „Places of Peace“ (ENPP). Darin arbeiten heute 16 Vertreter aus neun Staaten mit. (siehe www.placesofpeace.eu)

Das Europäische Netzwerk "Places of Peace" (ENPP) ist ein europäisches Netzwerk von Orten, an denen Friedensverträge oder Kapitulationen unterzeichnet wurden, vertreten durch öffentliche und private Institutionen. Diese Orte sind sich der historischen, oft tragischen Ereignisse bewusst und gedenken ihrer.  Mit dem Mandat einer Vergangenheit der Kriege arbeiten die Mitglieder der ENPP zusammen, um eine Kultur des Friedens aufzubauen und jene Orte zu fördern, die auf ihrem gemeinsamen historischen und immateriellen Erbe - dem FRIEDEN - basieren.

Das aktuellste Projekt unserer Organisation ENPP ist die „Places of Peace-Route“.

Das Europäische Netzwerk der Friedensorte hat diese "Places of Peace-Route" speziell für den nachhaltigen Kulturtourismus entwickelt. Sie ist eine Route, die die Orte in Europa verbindet, an denen Friedensverträge unterzeichnet wurden.  Dieses friedenstouristische Projekt haben wir im 7. Beraterforum für die Europäischen Kulturwege des Europarats in Lucca vorgestellt. Inzwischen läuft bereits die Zertifizierung unserer „Places of Peace-Route“ als Kulturweg des Europarats (https://www.coe.int/de/web/cultural-routes/certification).

Am 8. Februar 2019 wird die beauftragte Gutachterin des Europarats

    Universitätsprofessor an der Sorbonne in Paris 

                     Maria Gravari Barbas
    IREST: Institut für Forschung und Tourismusforschung,
    Direktor des UNESCO-Lehrstuhls "Kultur, Tourismus, Entwicklung"
    UNESCO-Netzwerkkoordinator UNITWIN "Kultur, Tourismus, Entwicklung

Wermsdorf und Hubertusburg besuchen. Wir sind hoffnungsvoll, dass unserem Antrag stattgegeben wird. Interessanterweise kommen alle drei deutschen Vertreter des Europäischen Netzwerks "Places of Peace" aus Sachsen (Altranstädt, Bautzen und Hubertusburg).

Für diese beantragte Zertifizierung durch den Europarat als „Kulturweg Europas“ und ebenso für die folgende Weiterführung dieser Arbeit möchten wir alle Mitglieder, Helfer und Sypathisanten unserer Vereinsarbeit um Ihre Unterstützung in jeglicher Form bitten.

Diese Anerkennung als „Kulturweg Europas“ kann für unsere Arbeit in Hubertusburg und Sachsen, aber auch für die gesamte Arbeit im Europäischen Netzwerk der Friedensorte „Places of Peace“ eine enorme Motivation und Aufwertung bedeuten.

Für die Gemeinde Wermsdorf, den Landkreis Nordsachsen sowie den Freistaat Sachsen erwarten wir vielfältige Synergien aus diesen friedenstouristischen europäischen Netzwerk.

Damit wird es möglich sein, das Erinnern an das Beste stärker in der öffentlichen Wahrnehmung wach zu halten, was ein Krieg mit sich bringen kann: Das sind die friedensvertraglichen Versprechen nach den Kriegen, dass man sich künftig nie wieder bekriegen will, dass man sich in Freundschaft gegenseitig unterstützen will, dass man sich nichts aufrechnen und nachtragen will usw..  

Im Hubertusburger Frieden vom 15. Februar 1763 heißt es konkret im Artikel 1: „Sie werden nichts, unter welchem Vorwand es auch immer sein möge, vornehmen, was dem anderen zum Schaden gereicht. …. Sie werden danach trachten, sich gegenseitig bei jeder Gelegenheit zu Ehre, Nutzen und Vorteil zu dienen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Es ist an der Zeit, die Friedensorte Europas über eine friedenstouristische Erinnerungs-Route, die „Places of Peace-Route“ zu verbinden und damit etwas zu schaffen, was es heute in dieser Form noch nicht gibt.

Wünschen wir uns allen bei diesem Vorhaben viel Erfolg!