Wir sind "Politischer Ort in Sachsen 2017" und Erinnerungstafel für Schlossverwalter Götze im Schloss

Am 30. September 2017 wurde unser Verein für seine langjährigen und vielschichtigen Aktivitäten rund um die Königliche Jagdresidenz und den Friedensort Hubertusburg von der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen als "Politischer ort in Sachsen 2017" ausgezeichnet.

  

Lesen Sie dazu die offizielle Pressemitteilung:

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Betreff: Preisträger im Wettbewerb "Politische Orte in Sachsen" 2017

 

PRESSEMITTEILUNG

Torgau / Dresden, 08.09.2017

Die Politischen Orte im Landkreis Nordsachsen stehen fest

Preisträger sind das Schloss Hubertusburg mit seinem Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. und der Förderverein Europa Begegnungen e.V. Torgau, sowie das Schalom Begegnungszentrum Delitzsch der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Delitzsch.

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung zeichnet den Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. in Wermsdorf und den Förderverein Europa Begegnungen e.V. aus Torgau, sowie das Schalom Begegnungszentrum Delitzsch der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Delitzsch aus. Auf die beiden letztgenannten wird ein Preis aufgeteilt.

Zentrale Entscheidungskriterien für beide Orte waren die dort geleistete politische und ehrenamtliche Bildungsarbeit und die besondere Form einer historisch-politischen Bildung.

Mit dem Schoss Hubertusburg verbindet sich der „Frieden von Hubertusburg“, mit dem 1763 der Siebenjährige Krieg beendet wurde. An dieses und andere Ereignisse die mit der ehemaligen Königlichen Jagdresidenz Hubertusburg verbunden sind, will der mit dem Schloss verbundene Freundeskreis erinnern und sieht eine Aufgabe darin, das Schloss als Friedensort zu etablieren. Regelmäßige Veranstaltungen als Friedensgespräche werden durchgeführt. Zu erinnern ist an die Gestaltung einer Sonderausstellung zum Friedensjubiläum 2013 und die Aktivitäten zum Aufbau eines Europäischen Netzwerkes “Places of Peace“. 2016 war das Schloss eine Station auf einer Sächsischen Friedensfahrt, die von der SLpB ausgerichtet wurde.

Als zweites werden gemeinsam Initiativen aus Torgau und Delitzsch ausgezeichnet und die an historischen Orten ihre Veranstaltungs- und Erinnerungsarbeit ausrichten. Es sind der Förderverein Europa Begegnungen e.V. in Torgau und das Schalom Begegnungszentrum Delitzsch der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Delitzsch. Ihre Aktivitäten liegen in der Erinnerung an historische Stätten und  Ereignisse in ihren jeweiligen Städten. Im Fall von Torgau die Politik und Kulturgeschichte die mit dem Schloss Hartenfels verbunden ist, der vielfältige Bezug zur Lutherischen Reformation und den Ereignissen zum Kriegsende mit dem „Handschlag an der Elbe“ zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen, um nur einige Beispiele zu nennen, an denen die Stadt reich ist. Durch Tagungen, Bürgerforen, Publikationen, Medienarbeit und Ausstellungstätigkeiten wird Einwohnern und Gästen die Historische Dimension bewusst gemacht.

Im Fall von Delitzsch wird an das jüdische Leben im Ort durch Veranstaltungen und Pflege am jüdischen Friedhof sowie den inzwischen verlegten Stolpersteinen erinnert und den damit verbundenen Personen würdig gedenkt. Hier findet Jugendarbeit mit Schülern und außerschulischen Initiativen statt, so am Beispiel von Anne Frank und Ihrer Familie. Träger des Begegnungszentrums ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, welche selber jährlich einen „Schalom Delitzsch-Preis“ verleiht und Exkursionen zu Gedenkstätten und –orten organisiert.

Der Preis wird auf beide Preisträger aufgeteilt. Beide sind Politischer Ort in Sachsen, die damit verbundene Prämie wird geteilt.

Die Auswahl der neuen politischen Orte  wurde von einer Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Landeszentrale, einem Vertreter des Landkreises Nordsachsen und einer Vertreterin der Landeszentrale, getroffen. Überreicht werden die Preise an den Politischen Orten, die den Wettbewerb gewonnen haben. Die Termine stehen noch nicht fest. Wir werden informieren.

 

Hintergrund:

 

Politische Orte

Demokratie braucht politische Beteiligung. Mit dem Projekt „Politische Orte in Sachsen“ will die Landeszentrale auf die Bedeutung politischer Beteiligung hinweisen und dazu einladen.

Politisch wird es, wenn Menschen Regeln für ihr öffentliches Zusammenleben aushandeln. Das geschieht nicht nur in Brüssel, Berlin oder Dresden. Auch die Lausitz, das Elbland, das Vogtland oder das Erzgebirge sind und waren Schauplätze politischer Ereignisse. An manchen Orten nahmen Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand, schlossen oder brachen den Frieden, schrieben Verfassungen, gründeten eine Volksbücherei, wurden verfolgt oder vor Verfolgung geschützt.

 

Auch in der Gegenwart finden sich zahlreiche Orte, wo sich Menschen politisch beteiligen oder sich mit politisch-historischer Bildung befassen. Solche Politischen Orte sucht die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung.

In allen sächsischen Landkreisen wird die Landeszentrale jeweils zwei Politische Orte auswählen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Die Landeszentrale prämiert ausgewählte Politische Orte mit je 2.000 € und vereinbart eine dreijährige Kooperation bei gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten.

2017 suchte die Landeszentrale zwei politische Orte im Landkreis Nordsachsen.

 

Die Preisträger des letzten Jahres im Landkreis Leipzig waren: Das ost-west-forum Gut Gödelitz e.V. das Jugendparlament in der Großen Kreisstadt Brand-Erbisdorf als politische Orte im Landkreis Mittelsachsen.

 

Projektinformationen: www.politische-orte.de

Ansprechpartner: Stefan Zinnow, 0351 8531822, stefan.zinnow@slpb.smk.sachsen.de

 

Stefan Zinnow
Referent
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SÄCHSISCHE LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG
Referat politische Bildung online, Fachgebiet Jugend
Schützenhofstraße 36 | 01129 Dresden
Tel.: 0351 853 18 22 | Fax: 0351 853 18 55
stefan.zinnow@slpb.smk.sachsen.de | www.slpb.de

Kein Zugang für elektronisch signierte sowie verschlüsselte elektronische Dokumente.

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Ebenfalls an diesem Tag erhielt der Schlosshof eine Erinnerungstafel an George Samuel Götze, der die Katholische Schlosskapelle 1761 vor der Plünderung durch die Preussen rettete. In einer neuen Hubertusburger Schrift - Heft 10 - beschreiben die Autoren Gert und Claus Legal die besonderen Verdienste dieses fast vergessenen Schlossverwalters Hubertusburgs unter August III. Sehen auch dazu die Fotos von diesem besonderen Tag.

 

 Eine besondere Gruß-Adresse schickte uns an diesem Tag auch August der Starke: