Places of Peace tagte in Wermsdorf

Lesen Sie dazu den Bericht der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 12. Juni 2013:

Friedensroute als touristisches Plus

Europäisches Netzwerk "Places of Peace" zur Jahrestagung in Wermsdorf / Ziel: Verbindung von Friedensorten für Besucher und Urlauber

Wermsdorf. Recht international ging es jetzt in Wermsdorf zu. Vertreter aus Polen, Portugal, Ungarn, Bulgarien und den Niederlanden trafen sich in der Gemeinde zur 7. Jahrestagung des Europäischen Netzwerkes "Places of Peace" - Orte des Friedens. Zwei Tage lang haben die Frauen und Männer gemeinsam mit Mitgliedern des Freundeskreises Schloss Hubertusburg und Teilnehmern aus Altrandstädt über die Plaeces-of-Peace-Route beraten.
"Unser großes Ziel, unser Wunsch, ist es, dass diese Friedensroute quer über den Kontinent Orte miteinander verbindet, die für den Frieden in Europa eine besondere Rolle gespielt haben - etwa weil hier Friedensverträge geschlossen oder Kriegshandlungen abgewendet wurden", erklärte die Koordinatorin des touristischen Projektes Dr. Apolonia Rodrigues aus Portugal.
Neben Hubertusburg, wo 1763 per Federstrich der Siebenjährige Krieg beendet wurde, gehören dazu etwa Evoramonte in Portugal, wo der Bürgerkrieg beendet wurde oder Wageningen. In der niederländischen Provinz wurde im Mai 1945 die Kapitulationsurkunde unterzeichnet, mit der der Zweite Weltkrieg im Nachbarland offiziell beendet wurde.
Zum Netzwerk gehören mittlerweile 14 Mitglieder aus zehn Ländern. Zur Jahrestagung in Wermsdorf habe man zwei Neuaufnahmen bestätigen können, verkündete Ed Dumrese aus Wageningen: "Ab sofort gehören das europäische Institut für kulturellen Tourismus 'Eureka' aus Bulgarien sowie die Oase des Friedens 'Neve Shalom' aus Israel zu uns."
Obwohl der Teilnehmerkreis mittlerweile größer sei und weitere Länder im Netzwerk vertreten sind, laufe die Arbeit zügig, versicherte Apolonia Rodrigues. "Wir haben uns in den fünf Jahren seit unserer Gründung mittlerweile schon siebenmal in allen Regionen getroffen und pflegen einen engen Kontakt", sagte sie.
Befeuert werde das Projekt durch die Unterstützung der Europäischen Union - so auch in Wermsdorf: An der Jahrestagung nahmen die Büroleiter der sächsischen Europaabgeordneten Hermann Winkler und Ska Keller sowie Partner aus der Region teil.
"Wir möchten mit der Friedensroute ja die Region touristisch stärken und haben deshalb Kontakte zum Künstlergut Prösitz, zu den Freizeitstätten Oschatz, zum Sächsischen Heideland oder zum Landratsamt geknüpft", sagte Ulf Müller vom Vorstand des Freundeskreises Schloss Hubertusburg. Die Resonanz darauf sei gut gewesen. Jetzt gelte es, Angebote für Besucher und Urlauber zu machen, die sich zwischen einem und mehreren Tagen in der Region aufhalten wollen. Diese lokale Präsenz sei wichtig, um den Friedensgedanken in die Breite zu tragen, unterstrich Eduardo Basso aus Portugal, der Präsident des Netzwerkes "Places of Peace".
"Der Tourismus kann Menschen miteinander verbinden und sie anhalten, von der Geschichte zu lernen", sagte Ed Dumrese über den Anspruch des Projektes. Immerhin gebe es in ganz Europa über 200 Orte, an denen Friedensverträge verhandelt wurden. "Da gibt es noch viel Potenzial, auch unser Netzwerk wird weiterwachsen." Mit der Route lade man Besucher ein, angesichts von Werten wie Frieden und Freiheit, die in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gepflegt werden und vielerorts zu stabilem Wohlstand geführt haben, innezuhalten.
An dieser Atmosphäre könne jeder teilhaben, jeder einzelne Besucher könne den verschiedenen Momenten der Geschichte an Orten wie Hubertusburg, Altrandstädt oder Wageningen nachspüren, wünscht sich Apolonia Rodrigues. Schon im Herbst diesen Jahres wolle man mit der Arbeit an der Friedensroute ein wichtiges Stück vorangekommen sein. "Sie werden davon hören", versicherte Rodrigues.
Alle Teilnehmer der Jahrestagung besuchten in Wermsdorf die Sonderausstellung "Die königliche Jagdresidenz Hubertusburg und der Frieden von 1763" und zeigten sich beeindruckt von der Aufmerksamkeit, die das Friedensjubiläum mittlerweile weit über Sachsen hinaus erfährt. Möglich geworden sei dieses Treffen mit viel persönlichem Engagement aller Mitglieder, sagte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU).
Alle seien sehr bestrebt, die Friedensorte weiter ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. "Die Arbeit im Netzwerk habe ich von Anfang an als herzerfrischend empfunden." Ganz konkrete Unterstützung für die Ausgestaltung der Jahrestagung gab es auch von Unternehmern und Privatpersonen aus Wermsdorf, die etwa Gäste bei sich aufgenommen hätten, bedankte sich Dr. Georg Müller, der Vorsitzende des Freundeskreises.

Jana Brechlin
www.placesofpeace.de

 

Die Mitglieder von Places of Peace aus Portugal, Ungarn, Bulgarien, Holland und Deutschland

v.l.: Präsident Eduardo Basso, Apolonia Rodriques, Tilda Kovács, Dr. Georg Müller, Leonor Correia

Felix Döhler, Büroleiter des Europaabgeordneten Hermann Winkler, Johannes Hauck, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Holger Hauck, Büroleiter Grünes Europabüro Sachsen/Thüringen

Fotos: Ulf Müller