Bahnanschluss für Hubertusburg rückt in greifbare Nähe

MDR Sachsen berichtet von einer Vision: Döllnitzbahn will künftig nach Wermsdorf fahren

Döllnitzbahn

In Wermsdorf wird über eine mögliche Anbindung an das Streckennetz der Döllnitzbahn diskutiert. Nach Angaben des Unternehmens müsste dafür die in den 1970er-Jahren stillgelegte Trasse zwischen dem derzeitigen Endhaltepunkt in Glossen und dem ehemaligen Haltepunkt Wermsdorf/Döllnitz-Stausee wiederbelebt werden. Lutz Haschke von der Döllnitzbahn schätzt die Kosten dafür auf drei bis vier Millionen Euro.

siehe auch: http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/doellnitzbahn-jubilaeum-bahnhofsfest10...

Döllnitzbahn fehlt attraktives Fahrtziel

Haschke zufolge hofft das Unternehmen, mit dem in Wermsdorf befindlichen Schloss Hubertusburg als neuem Ziel die stagnierenden Fahrgastzahlen langfristig wieder steigern zu können. "Unsere Döllnitzbahn verfügt im Gegensatz zu anderen täglich verkehrenden Schmalspurbahnen in Sachsen, derzeit über kein attraktives Streckenziel." Genau diese Hürde muss allerdings erst noch genommen werden: Wohl und Wehe der Streckenverlängerung hängt unmittelbar von tragfähigen Konzepten für Schloss Hubertusburg ab. Derzeit finden in der einstigen königlichen Jagdresidenz zwar regelmäßig Führungen statt, eine Ausstellung gibt es aber nicht.

Ohne Schloss Hubertusburg, keine Streckenverlängerung

Für den Bürgermeister von Wermsdorf, Matthias Müller, ist die Reihenfolge deshalb ganz klar: "Erst Schloss Hubertusburg, dann die Streckenverlängerung." An Interesse mangle es jedenfalls nicht. Laut Müller haben an Führungen durch das Schloss seit dem Frühjahr mehrere tausend Menschen teilgenommen. Die Sonderausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zum Hubertusburger Frieden von 1763 hätten zwischen April und November 2013 rund 86.000 Gäste gesehen. Müller schweben für das "Sanssouci der Region" die Instandsetzung weiterer Räume und hochwertige Ausstellungen vor. Mit dem Land Sachsen sei er dazu regelmäßig im Gespräch. "Ich bin mir sicher, dass sich der Freistaat zu Schloss Hubertusburg als Ort sächsischer und europäischer Geschichte bekennt." Schließlich sei die Wiederbelebung des Schlosses auch als Wirtschaftsförderung für die strukturschwache Region zu betrachten.

Lücke bis zum Schloss wird bleiben

Laut Lutz Haschke von der Döllnitzbahn könnten frühestens in sechs bis sieben Jahren die Züge bis nach Wermsdorf rollen. Direkt bis zum Schloss kommen Besucher mit der Bahn dann allerdings nicht. Weil die alte Trasse genutzt werden soll, wird die Bahn 1,7 Kilometer vor den Schlosstoren halt machen. "Das ist ein Problem", räumt Haschke ein, "aber ein lösbares." Pferdekutsche, Omnimus, eine Bimmelbahn seien denkbar. "Und wer kann, geht zu Fuß." Haschke ist sich sicher: Scheitern wird das Projekt Streckenverlängerung allein daran nicht.